Um ein fundiertes Verständnis für die komplexen globalen Sicherheitsstrukturen zu gewinnen, empfingen die zehnten Klassen der Staatlichen Realschule Freyung am 14.04.2026 den Jugendoffizier Klaus Schedlbauer. Die von Fachbetreuer Mathias Simmerl organisierte Veranstaltung bot den Schülerinnen und Schülern einen direkten Einblick in die aktuellen Herausforderungen der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik.

Schüler und Schülerinnen der Klassen 10 A und 10 B mit dem Jugendoffizier Herrn Klaus Schedlbauer und Mathias Simmerl
Der Jugendoffizier betonte eingangs die Dringlichkeit seines Themas: „In einer vernetzten Welt sind sicherheitspolitische Fragen keine reine Theorie – sie wirken unmittelbar auf unsere Lebenswirklichkeit ein.“ Im Austausch über internationale Bündnisse wie NATO, EU und UN verdeutlichte Schedlbauer, dass diese Institutionen als unverzichtbare Plattformen für Diplomatie und Krisenbewältigung dienen.
Einen breiten Raum nahm die Analyse aktueller geopolitischer Brennpunkte ein. Schedlbauer beleuchtete den anhaltenden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und dessen destabilisierende Wirkung auf die europäische Sicherheitsordnung. Zudem rückte er die gefährliche Lage im Nahen Osten in den Fokus. Er erläuterte den Jugendlichen die strategische Brisanz des Irankonflikts und die enorme Bedeutung der Straße von Hormus. Als eines der wichtigsten Nadelöhre für den Welthandel könnte eine dauerhafte Blockade dieser Meerenge weltweit gravierende wirtschaftliche Verwerfungen auslösen.
Gegenüber simplifizierenden, populistischen Lösungsvorschlägen für derartige Krisen warnte Schedlbauer nachdrücklich: „Krieg kennt nur Verlierer. Er zerstört menschliche Existenzen und prägt Generationen durch Hass. Frieden ist kein Selbstläufer, sondern ein Ziel, für das wir uns aktiv und diplomatisch einsetzen müssen.“
Dabei schlug der Jugendoffizier die Brücke von der großen Weltpolitik zur Verantwortung des Einzelnen. Er unterstrich, dass das Funktionieren einer stabilen Demokratie untrennbar mit dem Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger verbunden ist. „Unsere Gesellschaft basiert auf dem Einsatz jedes Einzelnen“, erklärte Schedlbauer. Ob im Verein, in der Nachbarschaftshilfe oder durch zivilgesellschaftliches Engagement – das Ehrenamt sei das „Bindegewebe“ einer freien Nation.

Schüler und Schülerinnen der Klassen 10 C und 10 D mit dem Jugendoffizier Herrn Klaus Schedlbauer und Mathias Simmerl
Abschließend appellierte er an die Zehntklässler, sich nicht als passive Beobachter der Weltgeschichte zu verstehen. Demokratie und Frieden seien keine Gegebenheiten, sondern Errungenschaften, die ständige Wachsamkeit und aktiven Einsatz erforderten. Jeder könne durch Zivilcourage und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, einen eigenen, wertvollen Beitrag leisten, um die demokratischen Werte vor Ort und darüber hinaus zu sichern.
Der Besuch des Jugendoffiziers bot den Schülerinnen und Schülern somit eine wertvolle Gelegenheit, über den Tellerrand des Schulalltags hinauszublicken und die eigene Rolle als zukünftige mündige Bürgerinnen und Bürger in einer demokratischen Gesellschaft aktiv zu reflektieren.









