Třeboň/Freyung. Unter dem Motto „Handwerksheld*innen – Karriereperspektiven im Handwerk“ fand am 25. November 2025 in Třeboň (Tschechische Republik) ein grenzüberschreitender Wettbewerb statt, der jungen Menschen die Vielfalt und Attraktivität traditioneller und moderner Handwerksberufe näherbrachte. Die Veranstaltung, die in enger Kooperation der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz und der südböhmischen Wirtschaftskammer organisiert wurde, stellte eindrucksvoll unter Beweis, welches Potenzial im europäischen Nachwuchs steckt. Ein besonderer Erfolg gelang dabei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Realschule Freyung, die im Maurererhandwerk glänzten und einen Sonderpreis gewannen.

Foto: Reihofer Manuel, Laszlo Kovacs, Leon Lenz, Christoph Ranzinger, Reihofer Maximilian und Hoffmann, Johanna mit Mathias Simmerl (Lehrer) und Gitte Wagner (Projektkoordinatorin der Handwerkskammer Niederbayern/ Oberpfalz)
Der ganztägige Wettbewerb „Ein Tag im Handwerk“ lockte insgesamt zwölf sechsköpfige Teams an, darunter neun tschechische und drei deutsche Schulmannschaften. Von 9:30 bis 15:30 Uhr verwandelte sich das Kongress- und Kulturzentrum Roháč in Třeboň in eine lebendige Werkstatt.
In enger Abstimmung mit Fachleuten aus dem Handwerk wurden sechs professionelle Praxisstationen eingerichtet. Jedes Schülerteam hatte 30 Minuten Zeit, eine Aufgabe zu meistern, bei der sowohl das theoretische Verständnis als auch die praktische Umsetzung bewertet wurden. Ziel war es, die Jugendlichen realitätsnah für folgende Handwerksbereiche zu begeistern und ihre Eignung zu testen: Maurer/in, Kfz-Mechatroniker/in, Elektroniker/in, Bäcker/in, Polsterer/Polsterin und Friseur/in.
Die Realschule Freyung schickte sechs engagierte Schülerinnen und Schüler ins Rennen. Die Teilnahme erfolgte freiwillig und zeugte von großem Engagement und hoher Motivation bei den Jugendlichen. Betreut wurde die Freyunger Delegation von Herrn Mathias Simmerl, dem Koordinator für berufliche Orientierung der Realschule Freyung.
Einen herausragenden Erfolg verbuchten die Freyunger Realschüler an der Station der Maurerer. Hier bestand die Aufgabe darin, eine Eckmauer in einem vorgegebenen Verbund über drei Reihen zu errichten. Als Hilfsmittel standen lediglich Maßband und Wasserwaage zur Verfügung. Der Fokus lag dabei auf der absoluten Präzision der Ausführung.
Die strenge Jury des Ziegelherstellers „Heulz“ überprüfte akribisch die Ergebnisse der Jugendlichen. Besonders bemerkenswert war die Anwendung mathematischen Wissens in der Praxis: Zur Überprüfung des rechten Winkels setzten die Schüler das sogenannte „Maurerdreieck“ (30 cm, 40 cm, 50 cm) ein, das auf dem Satz des Pythagoras basiert. Dieser Moment verdeutlichte den Heranwachsenden auf eindrucksvolle Weise, welch große Bedeutung mathematische Grundlagen für eine erfolgreiche berufliche Zukunft in handwerklichen und technischen Berufen haben.
Aufgrund ihrer herausragenden Leistung im Maurererhandwerk erzielte das Team der Realschule Freyung das beste Ergebnis unter allen teilnehmenden Schulen und wurde dafür mit einem Sonderpreis des tschechischen Ziegelherstellers „Heulz“ ausgezeichnet.
Die Verknüpfung von schulischem Wissen und beruflicher Realität ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts zur beruflichen Orientierung an der Realschule Freyung. Der Wettbewerb in Třeboň lieferte hierfür die perfekte Bühne.
Schulleiterin Frau Ursula Stegbauer-Hötzl zeigte sich sichtlich stolz über die Ergebnisse ihrer Schülerinnen und Schüler. Sie betonte den doppelten Nutzen der Teilnahme: „Die Ergebnisse unserer Realschüler sind fantastisch und beweisen ihr praktisches Talent. Noch wichtiger ist jedoch der Wert dieses länderübergreifenden Wettbewerbs. Er fördert neben der beruflichen Kompetenz auch maßgeblich die interkulturellen Fähigkeiten unserer Jugendlichen und stärkt damit den europäischen Gedanken.“
Die Veranstaltung war Teil des übergeordneten Projekts „Handwerksheld*innen – Karriereperspektiven im Handwerk“. Dieses Projekt wird maßgeblich durch das Förderprogramm INTERREG Bayern-Tschechien 2021–2027 finanziert. Das Kernziel der Initiative ist es, die Attraktivität von Handwerksberufen nachhaltig zu steigern und jungen Menschen konkrete Karriereperspektiven in einer Branche aufzuzeigen, die mehr denn je qualifizierte und motivierte Fachkräfte benötigt.
Mathias Simmerl









