Studienfahrt der Klassen 10A und 10B der Realschule Freyung nach Berlin
Fünf Tage intensive Begegnungen mit Vergangenheit, Politik und Hauptstadtleben
Berlinfahrt vom 27. bis 31. Oktober vermittelt eindrucksvolle Eindrücke – von NS-Diktatur über DDR-Unrecht bis zur modernen Demokratie

Mit vielen neuen Eindrücken, bewegenden Momenten und einem tieferen Verständnis für die deutsche Geschichte kehrten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10A und 10B der Realschule Freyung von ihrer fünftägigen Studienfahrt nach Berlin zurück. Begleitet wurden die Jugendlichen von ihren Lehrkräften Herrn Triebe, Frau Obermeier, Frau Degenhart und Herrn Kincses. Die Fahrt, die traditionell am Ende der Schulzeit den Blick über das Klassenzimmer hinaus öffnet, erwies sich auch in diesem Jahr als wertvolles Lern- und Gemeinschaftserlebnis.
Bereits die anfängliche Stadtrundfahrt führte die Gruppe an bedeutende Orte wie Unter den Linden, zur Humboldt-Universität, dem historischen Platz der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten und zum Holocaust-Mahnmal. Ein besonderer Moment war der Halt an einem Mauerrest, einem der wenigen noch bestehenden Abschnitte der einstigen innerstädtischen Grenzanlage. Hier wurde die deutsche Teilung nicht nur erzählt, sondern buchstäblich sichtbar und greifbar, ein wahrlich mahnendes Stück Beton, das den Schülerinnen und Schülern verdeutlichte, wie nah Freiheit und Unfreiheit in der Geschichte beieinander lagen.
Weitere Stationen vertieften diese Eindrücke: Am ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie erfuhren die Jugendlichen, mit welchen Risiken Menschen versuchten, aus der DDR zu fliehen. Im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors setzten sie sich mit den Strukturen und Verbrechen des NS-Regimes auseinander. Der Besuch im Tränenpalast, einem original erhaltenen Übergang für Ausreisen aus der DDR, verdeutlichte auf eindrucksvolle Weise die emotionalen Belastungen, die mit der Teilung verbunden waren. Besonders nachhaltig wirkte auf viele der Besuch der Gedenkstätte Hohenschönhausen, dem einstigen Stasi-Gefängnis. Die authentischen Räumlichkeiten und Berichte über Verhörmethoden und politische Unterdrückung machten sichtbar, wie umfassend das DDR-Staatssicherheitsapparat in das Leben der Menschen eingriff.
Auch das politische Berlin der Gegenwart stand im Mittelpunkt: Im Bundestag erhielten die Schülerinnen und Schüler eine Führung durch den Plenarsaal und diskutierten mit dem Bundestagsabgeordneten Herrn Thomas Erndl über aktuelle politische Herausforderungen. Der Blick von der Reichstagskuppel über die Hauptstadt, vom Brandenburger Tor bis weit in die Stadtviertel hinein, war ein weiterer Höhepunkt ihres Besuchs, dem besonders das abendliche Lichtermeer ein besonderes Flair verlieh.
Neben den geschichtlichen und politischen Einblicken kamen kulturelle und gemeinschaftliche Erlebnisse nicht zu kurz. Das Musical „Romeo und Julia“ begeisterte mit moderner Musik und eindrucksvoller Inszenierung. Ein gemeinsamer Bowling-Abend, Erkundungstouren durch das nächtliche Berlin, ein Besuch des Alexanderplatzes und natürlich der Klassiker – die Berliner Currywurst – sorgten dafür, dass auch der Spaß nicht zu kurz kam. Untergebracht im Herzen von Berlin, unweit der Friedrichstraße, erlebten die Schülerinnen und Schüler das pulsierende Großstadtleben hautnah. Die zentrale Lage erwies sich als idealer Ausgangspunkt für das vielfältige Programm, das die Hauptstadt mit all ihren Facetten präsentierte.
Am Ende der Reise stand nicht nur ein vertieftes historisches und politisches Verständnis, sondern auch ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Die Berlinfahrt wird den Jugendlichen als eine unvergessliche, lehrreiche und intensive Erfahrung in Erinnerung bleiben, ein würdiger Höhepunkt ihrer Zeit an der Realschule Freyung.
Robert Kincses, StR (RS)









